About This Episode
"Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen", schrieb Heinrich Heine bereits 1821. Nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland im Jahr 1938 fanden die beiden groß angelegten öffentlichen Bücherverbrennungen des heutigen Österreichs im Bundesland Salzburg statt: Am 30. April auf dem Residenzplatz in der Landeshauptstadt und zur Wintersonnenwende am 21. Dezember auf dem Schörghubbühel in Thalgau (Flachgau). Die SN-Redakteurin Simona Pinwinkler sucht beide Orte auf und spricht mit dem Germanisten Karl Müller und dem Lokalchronisten Bernhard Iglhauser über Fanale während des NS-Regimes.
Literatur:
Karl Müller, „Fort mit dem volksfremden ,Geistesgut‘!“ Zu einigen Aspekten von Kulturvernichtung – Versuch einer Einführung. In: Heimo Halbrainer, Gerald Lamprecht, Michaela Wolf (Hrsg.): „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Bücherverbrennungen in der Vergangenheit, Gegenwart und in der Erinnerung, Graz 2020, S. 45-64.
Bernhard Iglhauser: „Hut ab vor diesen Bekennern“ – Thalgau 1914-1945. Selbstverlag, Thalgau 2008.