About This Episode
Prof. Knut Alicke, Senior Advisor für McKinsey, Partner emeritus bei McKinsey, Co-Author "From Source To Sold" und Supply Chain Therapist, ist zurück mit einer Supply Chain Masterclass zum Thema Sales and Operation Planning (S&OP).
Unter anderem geht es in dieser Masterclass und der Diskussion mit Erik Wirsing (Schenker AG) und Boris Felgendreher unter anderem um folgende Themen:
Einführung in das Thema S&OP (Sales and Operations Planning):
- Historie & Bedeutung von S&OP und IBP (Integrated Business Planning)
- Komplexität moderner Supply Chains:
- Ziel: Planung vom Kundenbedarf bis zu den Zulieferern
Theorie & Praxis im Vergleich:
- Unterschied zwischen theoretisch „einfach“ und praktisch „schwierig“
- Häufige Probleme: Lokale Anreizsysteme & Zielkonflikte
- Fehlende Disziplin bei der Umsetzung des vereinbarten Plans
Die S&OP-Prozessstruktur im Detail:
1) Demand Review (Prognose durch Sales & Marketing)
- Diskussion von Forecasts
- Problematik: oft nur eine Zahl statt Szenarien
2) Supply Review (Kapazitäts- & Ressourcenabgleich)
- Diskussion von Engpässen, Alternativen & Trade-offs
3) Pre-S&OP (Vorbereitung auf finale Entscheidung)
- Szenarienbildung & Auswirkungen auf Kosten, Verfügbarkeit
4) Executive S&OP
- CEO & Board treffen finale Entscheidungen auf Basis der Szenarien
5) S&OE (Execution) – wöchentlicher Check
- Anpassungen bei kurzfristigen Abweichungen
Rollen & Teilnehmer:
- CEO sollte nur im Executive S&OP Meeting dabei sein
- Wichtig: Klare Verantwortlichkeiten, keine übergroßen Meetings
- Rolle des S&OP-Prozessverantwortlichen (z. B. Head of Supply Chain)
Herausforderungen bei globalen Unternehmen:
- Wie S&OP bei vielen Werken & Märkten skalierbar organisiert wird
- Strukturierung in Value Streams oder globale/regional getrennte Prozesse
Technologie & Tools:
- Einsatz von IT-Systemen zur Szenarienplanung (teils noch begrenzt)
- Wichtigkeit von Tools steigt mit Komplexität
- System ist wichtig, aber menschliche Zusammenarbeit noch wichtiger
Integration externer Partner:
- Beispiel: Zulieferer aktiv in S&OP eingebunden
- Technisch möglich, aber Vertrauen & Zusammenarbeit entscheidend
Zukunft: KI & Agenten im S&OP:
- Idee: KI-Agent als „Schiedsrichter“, stellt kritische Fragen
- Heute: Proof-of-Concepts existieren, aber keine ausgereiften Systeme
- Potenzial: Vorbereitung von Meetings, Real-Time-Berechnungen, Übersetzung zwischen Abteilungen
Erfolgsfaktoren & Tipps:
- Kleine, aktive Meetings (nicht 40 Leute auf "mute")
- Klare Aktionen & Nachverfolgung
- Fokus auf relevante Zeiträume (nicht Woche 1 diskutieren, wenn schon produziert)
- Wöchentliche Kaskadierung (S&OE) notwendig
- Messung der Forecast Accuracy & Execution Adherence
- Erklärung des „Warum“ für Teilnehmer, um Akzeptanz zu fördern
Business Case & Nutzen:
- Ziel: Höhere Verfügbarkeit = bessere Kundenzufriedenheit = Umsatz/Marge
- Weniger Eskalationen, geringere Bestände
- Beispiel aus Halbleiterindustrie: S&OP half durch Lockdown zu navigieren
Tools – ja oder nein?:
- Ab gewisser Komplexität notwendig
- Am Anfang reichen einfache Tools – Fokus auf Zusammenarbeit
- High-End-Systeme bieten Geschwindigkeit bei Szenarienberechnung
Hilfreiche Links:
Knut Alicke auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/knut-alicke/
Erik Wirsing auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/erik-wirsing/
Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/